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Nach 97 Tagen ...

Updated: Dec 13, 2021


… ist meine quarantänebedingte seelische Gemütslage geprägt von guten Vorsätzen: abnehmen, Sport treiben (= im finsteren Souterrain auf einem Trampolin einem tollpatschigen Männchen auf der Wii nachlaufen), weniger Alkohol trinken (das werde ich wahrscheinlich noch vor dem Abnehmen brechen), mich nicht mehr rasieren oder meine Umgebung eventmäßig zu stimulieren (= der dümmste Vorsatz). Ich denke, das mit dem Nicht-Rasieren sollte ich schaffen.


Die prickelnd interessante Welt von Quarantanien besteht ja aus Unentdecktem, das man bisher gar nicht entdecken wollte. Man muss nur ein wenig Phantasie walten lassen, dann kann sich Unvergessliches ereignen.


Kennt man wirklich seinen eigenen Garten? Wer kann am längsten Serien am Stück sehen? Wieviele Dinge im Wohnzimmer haben die Farbe grün? Wer kann das griechische Alphabet rückwärts aufsagen? Alles spannende Fragen, die ich mit meinem quarantänebedingten eingeschränkten Umfeld nun angehen möchte.


Meine derzeitige geschlechtliche Umgebung besteht zu 100% aus Frauen, zu je 50% angehende und abgehende. Positive Grundstimmung habe ich bei meiner Tochter in Form einer Playstation erworben, denn sie ist käuflich, wie ja alle Frauen. Das meine ich gar nicht finanziell, sondern eher in dem Sinne, dass es bei dem weiblichen Geschlecht nichts umsonst gibt. Die eigentliche Gabe kann dann völlig nutzlos sein.


Beispiel Blumen: zieht immer, wenn sie nicht von der Tanke sind. Warum? Keine Ahnung . Mir blieb bis heute verschlossen, was toll daran ist, bunten Stengeln beim Sterben zuzuschauen. Es ist wahrscheinlich der symbolische Akt, und den kann man kaufen. Die Welt ist oft noch viel einfacher, als wir Männer denken.

Motivation bei meiner besseren Hälfte wird schon schwerer: Blumen kann ich nicht kaufen, PlayStation ignoriert sie, die Griechen sind ihr egal (mag die Küche nicht) - ich werde mir etwas einfallen lassen müssen.

Momentan sprühe ich vor Ideen für spannende Outdoor-Abenteuer im eigenen Garten: eine Nacht im Zelt, Tierbeobachtungen im Unterholz, Lagerfeuer mit Gitarre, Survival-Day mit selbstgesammelter Ernährung, einen Iglu bauen, 5 Tage wie bei Big Brother in der Garage ohne Handy …

Aber ich bin nicht sehr optimistisch, dass meine kreativen Inspirationen von den Rest-Unbehauns positiv aufgenommen werden. Man wird eben zum Indianer Jones geboren - oder zur Mandy aus Marzahn.





 
 
 

2 Comments


Helmut Zeller
Helmut Zeller
Dec 09, 2021

😊 Kann ich sehr gut nachvollziehen und Du wirst immer mehr zum Literaten

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plajue
Dec 07, 2021

Deine Fähigkeit, zu schreiben ist wirklich sehr bildhaft und inspierend 👍👍🤣🤣

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