Nach 167 Tagen ...
- georgunbehaun
- Feb 17, 2022
- 2 min read

… wollte ich mal eine Frage in die Runde meiner geneigten Leser stellen: Hat jemand schon einmal Christina Aguilera ungeschminkt gesehen? Die Antwort kenne ich wahrscheinlich schon, denn die Gelegenheit gibt’s wohl zu selten. Und außerdem will man das vielleicht auch gar nicht, denn das Ergebnis könnte ernüchternd sein. Was das mit der sehnsuchtserweckenden Trauminsel Bora Bora zu tun hat? Eine Menge, denn die Perle der Südsee ist auch eine Diva - zumindest wenn sie geschminkt ist.
Kein Superlativ ist hier zu übertrieben: grün leuchtende hochaufagende, dichtbewaldete Höhenzüge, weißer Sand in palmenumsäumten Badebuchten, smaragdgrün und türkis schimmernde Lagunen, ein einzigartiges buntes Unterwasserleben … irgendwie nicht von dieser Welt.
Jaja. Aber das lässt sich die Diva auch entsprechend vergolden: keine vernünftige Bleibe unter 200 Euronen pro Nacht; einen romantischen Sundowner-Ausflug gibt’s schon ab 400 Ocken - pro Gesicht, versteht sich; und für den Mietpreis eines Mini-Motorboot, das wir uns für einen halben Tag ausgeliehen hatten, kann man in und um München einen ganzen Monat mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Tag und Nacht fahren. Aber mal ehrlich: wer will das schon …
Wir haben eine Hütte unter 200 Steinen ergattert. Das Positive: es ist einigermaßen sauber. Ansonsten: miese Internetverbindung, und die sanitären Anlagen hätten im bundesweiten Schönheitswettbewerb der deutschen Jugendherbergen in den 1960er Jahren mit Abstand den letzten Platz belegt. Gut, statt der siffigen Dusche tut’s auch der etwas weniger verschmuddelte Pool, aber fürs Zähneputzen ist die Urin-Oase dann doch nicht wirklich geeignet.
Wenn man einmal rund um die Insel fährt (ganze 30 Kilometer lang), sieht man auch die Pickel der Grand Dame: baufällige Häuser, abgedeckte Hütten, Bauschutt und Unrat neben Palmen und Strand. Irgendwas läuft hier nicht rund. Nur die fetten Overwater-Bungalows der Hotelketten am Atollriff funktionieren, allerdings in anderen finanziellen Sphären.
Aber was hilft‘s: sie ist eben doch traumhaft schön, die alte Dame, wenn man nicht so genau da oder dort hinschaut. Das klappt ja schon deshalb immer leichter, weil die Augen ja mit dem Fortschritt des Alters auch nicht besser werden.
Und was würde Christina Aguilera dazu sagen? „I am beautiful, no matter what they say!“
Recht hat sie.



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