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Betrifft: Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk


Es gibt in unserer bundesrepublikanischen Heimat nur eine Zwangsmitgliedschaft: die bei der Gebühreneinzugszentrale, kurz: GEZ. Dagegen schimpfen die privaten Sender und die freundlichen Damen und Herren von der AfD. Kann man verstehen. Die Privaten wollen ihre künstlerisch wertvollen Beiträge gegenüber den Öffentlich-Rechtlichen verteidigen und die AfD hätte hier und da gerne freundlichere Berichterstattung über ihre tiefdemokratische Gesinnung. Von wegen.


Ich zahle gerne Rundfunkgebühren. Und das trotz ZDF Fernsehgarten, Florian Silbereisen oder dem MDR Tanzballett. Und trotz Dalli-Dalli, Spiele ohne Grenzen, Musikantenstadl, Wer bin ich, Der große Preis, Erkennen Sie die Melodie, Diese Drombuschs, Ich heirate eine Familie … Vergeben und vergessen. Schwamm drüber. Haken dran. Erledigt.


Denn da gibt es die andere Seite von ARD, ZDF, Deutschlandfunk und Co. Die können Qualitätsjournalismus. So dröge die Tagesschau und die Heute-Sendung auch rüberkommen: man kann ihren Inhalten trauen, alles ist meist sauber recherchiert und halbwegs neutral präsentiert. Sie lassen einem genug geistigen Spielraum, um sich ein eigenes Bild zu machen. Regierungen werden kritisch begleitet, die Opposition ebenfalls.


Und genau das passt den übellaunigen Stänkern von den Privaten und der AfD nicht in den Kram. Kann man ja verstehen. Denn die einen haben ein recht eingeschränktes Verständnis von journalistischer Sorgfalt, die anderen halten gar nichts von der verfemten Lügenpresse (schon auffällig, wie nahe der Begriff an der Nazi-Parole ‚Judenpresse‘ ist …). Die labern von alternativen Medien und der schweigenden Mehrheit des Volkes. Die sogenannten Mainstream-Medien seien eh gelenkt von der politischen Klasse und so weiter und so weiter.


Unsere Demokratie ist in großer Gefahr, bedroht von außen und von innen. Sie muss sich wehren. Und der freie Journalismus als etablierte vierte Gewalt ist eine wichtige Waffe im Kampf gegen Populismus, Demagogie und Rassismus. Despoten und Idioten fürchten nichts mehr als Offenheit und Transparenz. Genau dafür sorgen die freien Medien. Sie hinterfragen, forschen kritisch nach, decken auf, zerren an die Öffentlichkeit und bleiben dran.


Und dafür mag ich sie: die langweiligen Jan Hofers, Ingo Zamparonis, Gundula Gauses und Marietta Slomkas dieser Welt. Sie berichten über soziale Missstände, gärende Korruption, politische Dummheit oder über persönliche Anmaßungen. Das macht den Zuschauer manchmal ein wenig depressiv, ist aber notwendig. Denn wie dreist würden sich die ignoranten Hochstapler und selbsternannten Retter der Nation aufführen, wenn ihnen die Öffentlich-Rechtlichen - zusammen mit Topmedien wie Der Spiegel oder Süddeutsche Zeitung - nicht permanent auf die Finger schauen würden.


Und das kostet Geld, wie alles im Leben. Aber dieses Geld ist gut angelegt: in unsere Demokratie. Es hilft dabei, dass wir alle in Frieden und Freiheit leben können, heute und morgen. Es lebe die freiheitlich-demokratische Grundordnung.


Und die Gebühreneinzugszentrale.

 
 
 

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