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Betrifft: Wasser


Männer und Frauen sind sowas von verschieden. Beispielsweise besteht die männliche Körpermasse zu 60% aus Wasser, bei Frauen sind es nur 55 % - wegen eines höheren Anteils an Körperfett. Ich hatte es immer geahnt. Ansonsten nervt mich Wasser eher: schmeckt öde und hat stressige Eigenschaften. Ein teilweise wissenschaftlicher Blog.


Wasser kann ein echt fieses Miststück sein. Daran denke ich jeden Tag seit Januar 2023, an dem es mich dank Blitzeis sowas von gesemmelt hat und mein Meniskus mich immer noch täglich begrüßt. Wasser kann echt weh tun: es kann als Kakao die Pfoten verbrühen, den Steiß beim Schlittschuhlaufen martern oder Trümmerbrüche beim fröhlichen Skischwingen verursachen. Eigentlich gehört es eingesperrt, das hinterfotzige Luder.


Und dann das abartige Temperaturverhalten: größte Dichte bei vier Grad. Vier Grad! Mit der irritierenden Folge, dass das flüssige Etwas von oben zufriert. Da drüber können sich nur die Schlittschuhfahrer freuen, eine komplett zu vernachlässigende Minderheit. Der Rest ärgert sich darüber, dass Fische nicht schockgefroren im Eismantel stapelbar sind.


Es gibt ja viele Menschen, die im Kernelement Wasser etwas Mystisches, Gesundmachendes sehen. Deutsche heilpraktische Irrlichter halt. Selbst meine bessere Hälfte sumselt mir regelmäßig die Ohren voll, man solle täglich mindestens drei Liter von der tropfigen Feuchtigkeit in sich reinschütteten, vor allem im heißen Sommer. Na Dankeschön. Die Folge sind Schweißbäche in den Speckfalten, verbunden mit Schweißrändern und geruchsintensiven Begleiterscheinungen.


Gegen Flüssiges an sich habe ich ja gar nichts. Da gibt es Vergorenes im Rumtopf und im Weinfass, Filtriertes in der Kaffeetasse oder auch Destilliertes im Schnapsglas. Selbst Wasser mit Geschmack kann ganz ordentlich schmecken. Aber Wasser pur? Braucht niemand, außer Autowaschanlagen oder Badeseen. Hier wären Geschmäcker eher störend.


Das gilt natürlich nicht für Hipster oder anderen Wichtigtuern. Die definieren ihre affige Einmaligkeit unter anderem über ihren wässrigen individuellen Trinkstil. „Pellegrino? Ich bitte Dich! Es muss schon ein Perrier sein - oder besser noch nordnorwegisches Gletscherwasser …“ Du kriegst die Tür nicht zu.


Wasser ist wie Polizei: es ist immer dann da, wenn man es gerade gar nicht gebrauchen kann: im Keller nach dem Wolkenbruch, in den Ohren nach dem Köpper in den Baggersee oder im Alter in den Füßen. Der familiäre Gemütszustand nach einem vierzehntägigen verregneten Camping-Aufenthalt in Rest-Jugoslawien macht das Problem plastisch.


Gibt es denn auch Positives über das feuchte Zeugs zu sagen? Nun ja, es gibt da den Starnberger See, und der ist recht hübsch; wenn mit dem Aperol-Sprizz in der gebräunten Hand man aufs mittlere Meer schaut, schwinden kleine Problemchen auf Sandkorn-Größe, Rauschende Wasserfälle sehen auf dem Foto im Multi-Aufnahme-Modus elegant wie fadenscheinige Schleier aus - und Eiswürfel im Mojito sind kältetechnisch echt praktisch.


Und trotzdem: Wasser ist im Gunde einfach widerlich. Man bedenke, dass unser Nass aus der Leitung im Schnitt schon siebenmal durch den Körper eines Mitbürgers geflossen ist. Da würde ich doch gerne zumindest wissen, wer das denn war. Nein, eigentlich nicht. Und was dazu kommt: im Wasser kopulieren Fische. Pfui Deibel. Und doch sind das in geselliger Runde keine akzeptierten Argumente für wässrige Abstinenz. Dafür habe ich zum Glück seit kurzem ein neues zur H2O-Verweigerung:


„Nein danke - da ist mir zuviel Nanoplastik drin.“


 
 
 

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