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Betrifft: Sünde


Sünden darf man nicht begehen, nein, leider gar nicht - ist verboten, das sagt sogar die Kirche. Aber: Wozu gibt es sie denn dann? Damit Rechthaber Recht gaben? Damit in der Hölle auch was los ist? Ich denke mal, Sünden sind gar nicht so schlecht wie ihr Ruf. Sie können sogar Spaß machen. Es ist wie immer im Leben - es kommt eben darauf an. Also: Viel Vergnügen mit den sieben Todsünden.


Und los geht’s mit der Sünde des Hochmuts, der ja bekanntlich vor dem Fall kommt. Aus meiner Sicht ganz schön hart, die als Todsünde zu diffamieren, denn die wird ja eigentlich immer gleich bestraft. Der hochnäsige Diktator im Kreml und der orangefarbene Möchtegern-Diktator in Florida können ein Lied davon singen. Für mich ist Hochmut ein wunderbares Beispiel für die natürlichen Regelkreise vom Lieben Gott: Wenn Du Dir einbildest, Du seist schlauer als all die anderen, gibt‘s ruckzuck eine auf die arrogante Mütze. So einfach ist das.


Weiter geht’s mit der Habgier, die mag ich gar nicht. Es gibt neidische Mitmenschen, die den anderen Mitmenschen nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnen. Ich meinerseits gönne es ihnen. Ich wüsste auch gar nicht, was ich damit anfangen sollte.


Bei der beliebten Todsünde der Wollust bin ich etwas zwiegespalten. Wobei ich hier keine so große Schuld empfinde, denn ich habe gute Argumente zu meiner Entlastung, und die heißen: Hormone. Oder wie ein Schauspieler mal in einem Film zu seiner Gattin sagte: „Was kann ich denn dafür, dass die junge Dame im Bikini ausgerechnet da steht, wo ich gerade hinstarre.“


Was ich partout nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass der Zorn zu den Top 7 gehört. Selbst der große Boss ist hin und wieder mal sowas von stinksauer - man frage das jüdische Volk, das alte Testament ist voll davon -, und sein Sohn hat die Geldhändler aus dem Tempel geprügelt. Ich vermute mal, nicht aus Spaß.


Die Habgier ist einfach nur erbärmlich. Raffkes, die ihren Hals nicht voll kriegen können, tun mir eher leid, als dass ich sie als Sünder verachten würde. Den Juden wird sie ja bekanntlich nachgesagt, die können aber darüber nur lachen: Bei einem wilden Sturm wird einer jüdischen Mutter ihr Baby aus den Armen ins tobsende Meer fortgerissen. Völlig verzweifelt ruft sie aus: „Oh Gott, mechst Du mir wieder geben zurück mein Kindel!“ Da kommt eine große Welle und spült ihr das geliebte Baby wieder zurück in ihre Arme. Sie darauf: „Und wo ist abgeblieben die Mütze?“


Die Sünde der Völlerei lehne ich natürlich vehement ab. Außer es gibt frisch duftenden Leberkäs. Oder eine fetttriefende Schweinshaxn auf dem Heiligen Berg im Kloster Andechs. Oder natürlich bei einem Steirer Backhendl. Da drückt der Oberboss sicher beide Augen zu.


Last but not least ist es die Todsünde der Trägheit, die uns laut katholischer Kirche im Fegefeuer brutzeln lässt. Wobei ganz ehrlich: mir gehen eigentlich die wuseligen Treibaufs viel mehr auf die Nüsse als die faden Knochen, die ihren Hintern nicht hochkriegen. ich mag Faulheit.


Die Tschechen auch: ein Ami, ein Deutscher und ein Tscheche erleiden Schiffbruch und landen auf einer einsamen Insel. Als sie einen Fisch fangen, schreit der: „Bitte werft mich wieder ins Wasser, dann hat jeder von Euch drei Wünsche frei.“


Da meint der Ami: „Also: ich will einen fetten Cadillac, drin soll eine hübsche Blondine sitzen - und bring mich von dieser blöden Insel weg.“ Der Deutsche: „Ich wünsche mir einen Mercedes, eine Brünette mit großem Busen - und schaff mich hier so schnell wie möglich weg.“


Dann fragt der Fisch den Tschechen: „Na, und was wünscht Du Dir?“ Der Tscheche blickt gelangweilt auf und nuschelt: „Ich hätt gern nen Kasten Bier.“ „Ok, und sonst noch?“ „Puh - na ja, vielleicht noch nen Kasten Bier.“ Der Fisch erfüllt ihm irritiert auch den zweiten Wunsch. „Und was ist Dein dritter Wunsch?“ Da meint der Tscheche träge: „Ach, weißt Du, jetzt ist es hier so langweilig - ich wünschte mir, die anderen beiden kämen zurück.“


Prosit!




 
 
 

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