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Betrifft: Slowenien


An sich braucht‘s es nicht, ist im Grunde überflüssig: Slowenien, das Land zwischen Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien. Man könnte einfach den Nachbarländern jeweils ein kleines Stück vom Land dazuschlagen, da würde man kaum einen Unterschied merken. Außer die Slowenen natürlich. Aber es ist schon ganz nett - im Gegensatz zu ihren kauzigen Bewohnern.


Slowenien ist irgendwie Europa in einer Nussschale: nicht größer als unser geliebtes Mecklenburg-Vorpommern, tummeln sich hier fast 3000 Meter hohe Berge und alpine Hügellandschaften neben pittoresken Weingärten und sanftwelligen Streuwiesen, durchzogen von wildromantischen Wasserläufen. Und an den 50 Kilometern adriatische Küste riecht es, schmeckt es und sieht aus wie in Italien.

Als der Liebe Gott Slowenien erschaffen hatte, knüllte er den ganzen Batz auf kleinstem Raum zusammen. Daher hat das Land viele Falten, die sehr anstrengend sind. Deshalb nennt man das südalpine Kleinod auch: ‚Land der tausend Treppen.‘ Das stimmt zwar nicht, könnte aber durchaus so sein: dauernd geht es rauf und dann wieder runter - und dann wieder rauf und wieder runter.

Vielleicht kommt es daher, dass die Eingeborenen so sind, wie sie sind: eine interessante Mischung aus Misstrauen, Missmut und mieser Laune - wie das genervt-gelangweilte Kuh-G‘schau von Melania Trump, eine würdige Tochter ihres Stammes.


Zum Ausgleich dazu sind sie im Umgang mit anderen Mitmenschen meist respektlos oder rücksichtslos. Oder beides. Im Straßenverkehr zeigt sich das besonders lehrreich: man kreuze einen deutschen Rechthaber mit einem geschwindigkeitsverliebten Italiener und einem brutalitätsgeneigten Serben. Viel Spaß auch. Der einzig echt nette Slowene, den wir getroffen haben, war gar keiner, sondern kam aus dem Kosovo.

Ein echter Pluspunkt war das Radio-Gedudel: richtig gute Mucke, kein komatöses Schwafel-Gewitter wie in Italienien oder Musik aus Opas Mottenkiste wie bei den Ösis oder die ewig gleichen Öd-Songs wie bei den Teutonen.

Der Slowene macht nicht gerne viele Worte. Und bei denen spart er auch noch - nämlich die Vokale. Völlig überbewertet. Da heißt Triest dann Trst - im Ernst. Und Markt heißt auf slowenisch: Trg. Sollten wir auch machen: warum nicht einfach ‚Rdbr‘ statt der elendlangen ‚Erdbeere‘. Auch ‚Nns‘ ist viel achtsamer und nachhaltiger als die ‚Ananas‘. Ich glaube ja, die Slowenen sind einfach nur zu muffig für Vokale. Und maulfaul.

Und das Land selbst? Ist verdammt schön. Das Türkis des wilden Bergflusses Soča ist wie von einer anderen Welt, der mächtige Berg Triglav herrscht majestätisch-gewaltig, die mittelalterlichen entrückten Weindörfer des Vipava-Tals strahlen Geschichte und gelebte Kultur aus. Die schmale Küste lässt die einstige venezianische Wirtschafts- und Militärmacht erahnen.

Kulinarisch konnten wir nichts Außergewöhnliches feststellen: im Norden schmeckt‘s derb-kräftig wie in Kärnten, im Osten herrscht der Balkan-Grill und im Westen sitzt man wie bei Mamma in Bella Italia. Und genauso wie in Sachen Landschaft haben sie sich die besten Stücke gesichert, die muffigen Slowenen. Vielleicht sind sie ja deshalb so eingebildet.

Können sie eigentlich auch.



 
 
 

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