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Betrifft: Silvester


Heute zu etwas völlig Willkürlichem: dem Ende eines Jahres. Ein Kreis endet ja auch nie, warum sollte das bei der Erdenzeit anders sein? Weil der Mensch das so will. Und deshalb schüttet man sich am 31.12. einen hinter die Binde und nimmt sich Dinge vor, an die man sich beim Garmischer Skispringen am nächsten Tag schon nicht mehr erinnern kann. Wenn das der Heilige Silvester gewusst hätte.

Ich habe die tollsten Silvesterabende erlebt, gerne mit anderen Pärchen und lecker Essen und Trinken. So gegen 22 Uhr wusste man dann millimetergenau, wie es um die Beziehung der anderen stand - und manchmal auch um die eigene. Der 31.12. ist daher auch ein sehr gut geeigneter Tag zum Beenden von überflüssig gewordenen Lebensabschnitten.


Spannend, wie sich so die Gespräche über die Jahre veränderten: in den eigenen Zwanziger Jahren ging es vor allem darum, wer mit wem wo zusammengezogen ist und wem man bald beim Umziehen helfen muss, weil die einstige ewige und innige Liebe in diesem Jahr schon Geschichte wurde.


In den Dreißiger Jahren waren es vor allem die Themen Hochzeit, Kinder, Urlaub, Auto und Arbeitsstress. In den Vierziger waren es eher die Themen Scheidung, Kinder und Urlaub und Auto und Arbeitsstress, aber bei besserem Wein, weil man mehr verdiente.


In den Fünfzigern wechselte der Schwerpunkt in Richtung Gesundheit beziehungsweise das Ausbleiben selbiger. Und es begann hier und da zu zwicken und zu zwacken. Sinnfragen standen im Raum - war das schon alles? Habe ich was verpasst? Manche neue, späte Ehe kam auf und erzeugte dann doch schnell wieder neue Scheidungsopfer.


Und in den Sechzigern? Da geht vor allem um Rente und Urlaub und Sorgen um die gealterten Eltern. Und was blieb all die Jahre konstant? Miss Sophie und James. Und die sinnlosen guten Vorsätze. Mit denen ist es so eine Sache - wie auch das tolle Wort ‚eigentlich‘. Denn es besagt das Gegenteil von dem Inhalt, der dann kommt - eine Art Paradoxon, wie der Satz: ‚Dieser Satz ist falsch‘ Denn wenn er stimmt, dann ist er falsch, was er ja gerade nicht ist …

Genauso irritierend ist das mit den Vorsätzen: „Ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen, weniger zu essen.“ Um dann wenige Wochen danach die Waage beim Drauftreten per eigener vermehrter Schwerkraft zu zermalmen. Das geht aufs verfettete Herz und aufs ausgeleierte Gemüt.


Das ist völlig falsch und dumm. Man sollte das ganz anders angehen, was ich dieses Jahr auch gnadenlos durchziehen werde. Ich nehme mir für das folgende Jahr einfach vor, mehr Fettiges zu essen, mehr Alkohol zu trinken und mich weniger zu bewegen, falls das überhaupt noch geht.


Damit gewinne ich auf jeden Fall: Wenn ich es schaffe, dann spricht das für meinen festen Willen und meine unbändige Überwindungskraft. Und wenn nicht, dann ist‘s immerhin gut für meine Gesundheit.


Deshalb freue mich schon jetzt aufs Neue Jahr - prosit und guten Appetit!



 
 
 

1 Comment


Steffi F.
Steffi F.
Dec 31, 2022

Guten Rutsch und auf die guten Vorsätze :-)

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