Betrifft: Russland
- georgunbehaun
- Sep 14, 2024
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„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Das wusste schon Friedrich Schiller. Und das wissen heute vor allem unsere östlichen Nachbarn in Bezug auf deren östlichem Nachbarn: den Russen. Was für eine Nation, was für eine historische Katastrophe. Und das Ende ist komplett offen. Zieh Euch warm an.
Gerade wir Deutschen haben eine wirklich intensive gemeinsame Geschichte, ob wir das wollen oder nicht. Los ging’s mit dem Deutschen Orden und der deutschen Ostsiedlung, eine Phase, gegen Ende des Mittelalters, in der deutsche Bauern und deutsche Landser im Osten ansässig wurden.
Russland, das ist das permanente Hin- und Herpendeln zwischen einer Zuwendung zum Westen oder zum Osten. Diese Orientierungslosigkeit erzeugt eine permanente Spannung zweiter Kulturwelten: westliche Individualität und demokratischer Pluralismus einerseits, östlicher Zentralismus und autoritäre Führung andererseits. Derzeit ist die Orientierung recht eindeutig.
Das war nicht immer so: In den vergangenen Jahrhunderten wandte sich das Riesenreich stark dem prosperierenden Westen zu - in Kunst, Technologie, Politik und Militär. Gerade im Zeitalter des Absolutismus zeigte sich exemplarisch, wo das zaristische Russland eindeutig anders ist als seine westlichen Nachbarn: Zentralismus ja, religiöse Toleranz auch, aber individuelle Rechte und Bürgertum? Nein. Die Leibeigenschaft steht hier beispielhaft.
Das hat sich durchgezogen, über die Zeit der Sowjetunion bis heute. Russland war nie ein pluralistisches System, das wollte man auch nie, weder seitens der Bevölkerung noch seitens der Führung. Man teilt ein Sendungsbewusstsein, worauf die Welt nicht gewartet hat. Moskau als drittes und letztes Rom (nach Konstantinopel) - klingt wirre, ist es auch. Russland als Garant abendländischer Werte wie Familie, Religion, Sittsamkeit … puh.
Obwohl: so fremd sind uns die Slawen jenseits der Danziger Bucht gar nicht. Auch wir haben viel slawisches Blut in unseren Adern. Gerade der deutsche Schwermut, die vergangenheitsbezogene Melancholie, der krittelnde Skeptizismus sind auch russische Spezialdisziplinen. Doch auch die Verbindlichkeit in Freundschaften, die Gefühlstiefe und die Hingabe sind gemeinsame Tendenzen - um hier auch mal ein paar positive Aspekte einzubringen.
Zeitgleich gibt’s im Land der selbsternannten Kulturretter maximal brutale Verfolgung von Minderheiten, rechtlich legitimierte Frauenunterdrückung, unglaubliche Kriegsverbrechen und politische Unterdrückung. Eine Diktatur übelster Sorte, die vor Lügen nur so strotzt und vor politischen Morden nicht zurückschreckt. Was für ein moralisches Vorbild.
Und jetzt? Stellt Russlands Putin die größte Gefahr für unser Europa. Wie reagieren? Mit knallharten Antworten auf die russischen Aggressionen. Das ist die einzige Sprache, die der Neuzeit-Zar versteht. Frei nach Platon : Si vis pacem para bellum.
Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg.



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