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Betrifft: Randsportarten


Nicht nur jetzt: Alles dreht sich um den Fußball. Und wenn nicht um den, dann um die gelbe Filzkugel. Öde. Immer dasselbe. Voll von Kommerz und Werbung und überhaupt. Gibt es denn gar keine Nischen in Sachen körperlicher Bewegung, die völlig neue, überraschende Wege gehen? Doch, die gibt es. Hier eine Beschreibung der schrägsten konkurrenztechnischen Bewegungsmodalitäten, welche die Menschheit so erfunden hat. Wahrscheinlich, weil es ihr gerade stinklangweilig war.


Dann fangen wir doch mal los: Das Zwergenwerfen beispielsweise wurde am russischen Zarenhof schon im 18. Jahrhundert praktiziert. Heutzutage wird es meist in Bars oder Striptease-Lokalen veranstaltet. Beim Zwergenwerfen packt ein kräftiger Mann einen kleinwüchsigen Menschen, der eine spezielle Schutzkleidung trägt, und wirft oder schleudert ihn auf eine gepolsterte Matte. Nicht ganz woke, zugegeben.


Lustig kann’s auch bei unseren alpinen Nachbarn zugehen: Das alle drei Jahre ausgetragene Eidgenössische Schwing- und Älplerfest zieht zum Beispiel bis zu 50.000 Besucher in seinen Bann. Das Ganze erinnert ans Ringen – allerdings sind Outfit und Technik rustikaler. Wichtigster Bestandteil des Sportdresses sind Juteshorts, die über den Hosen getragen werden. An diesen kurzen Hosen greifen sich die Männer und versuchen, den Gegner auf den Rücken zu schwingen - gewonnen hat, wer den unterlegenen Schwinger mit mindestens einer Hand an der Schwinghose festhält, wenn der Unterlegene den Boden mit beiden Schulterblättern berührt. 


Das Hornussen dagegen ist eine Teamsportart, die im Englischen "Swiss Golf" genannt wird und entfernt an Baseball erinnert. Schlagen und Abtun (Fangen) – das sind die Hauptbeschäftigungen der Spieler. Mit einem langen, peitschenartigen Schläger wird der so genannte Nouss (eine harte Scheibe), auf das Spielfeld katapultiert, wo andere Spieler ihn mit Holzschildern abfangen müssen. Ein Kampf dauert meist etwa drei bis vier Stunden. Viel Spaß.


Eine beliebte Veranstaltung bei den Nachbarn in Österreich ist das "Kuh-Roulette". Die Regeln sind simpel und schwer zu manipulieren: Auf einer Wiese werden mehrere Dutzend Felder eingerichtet, die Zuschauer können auf eines davon setzen. Über die Gewinner und Verlierer entscheidet eine Kuh, die schließlich auf einem der Felder ihr Geschäft verrichtet. Klingt knisternd vor Spannung.


Hier weitere tolle alberne Sportarten, zum Beispiel traditionelle Mannschaftsspiele:


  • Kabaddi: Ein indisches Mannschaftsspiel, bei dem ein “Raider” in die gegnerische Hälfte eindringt, “Kabaddi” ruft und versucht, ohne getackelt zu werden, zurückzukehren.

  • Buzkashi: Ein traditioneller Reitsport in Zentralasien, bei dem Reiter versuchen, eine tote Ziege oder einen toten Kalb aus der Mitte eines Feldes zu ergreifen und ins Ziel zu bringen.

  • Cheese Rolling: Ein traditionelles britisches Event, bei dem Teilnehmer einen rollenden Käse einen Hügel hinunter jagen.


Auch hübsch sind Sportarten, die Disziplinen kombiniert, die völlig absurd sind:


  • Underwater Hockey: Ein Unterwassersport, bei dem zwei Teams versuchen, einen Puck mit speziellen Hockeyschlägern ins gegnerische Tor zu schieben.

  • Chess Boxing: Ein Hybrid aus Schach und Boxen, bei dem die Teilnehmer abwechselnd Schach spielen und boxen.

  • Extreme Ironing: Bügeln unter extremen Bedingungen wie beim Klettern, Tauchen oder Fallschirmspringen.


Aber das ist alles Kinderkram. Viel spannender kann’s zugehen beim mörderischen Toe Wrestling: ein Duell, bei dem die Teilnehmer versuchen, den großen Zeh des Gegners zu drücken und zu kontrollieren. Gerade in Zeitlupe kann man die unglaubliche Dynamik ein wenig nachempfinden.


Doch eine Sportart strahlt wie ein Leuchtturm im Meer der sinnlosen Bewegungsarten: Beim Ferret Legging tragen Teilnehmer lebende Frettchen in ihren zugebundenen Hosenbeinen. Die possierlichen Nager werden dann ziemlich nervös und neigen zu heftigen Beißattacken im Unterleibsbereich des Sportlers. Der englischstämmige World Grandmaster hielt diese Übung mehrere Stunden aus, zum Bedauern der gelangweilten Kneipen-Zuschauer.


Und er trug dabei keine Unterhose.

 
 
 

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