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Betrifft: Künstliche Intelligenz


Spannend ist die technologische Revolution namens Künstliche Intelligenz. Der Begriff impliziert, dass es im Gegensatz dazu ein humanoides Pendant in Form von menschlicher Intelligenz gäbe, was ich mit jedem Jahresring meiner Vita mehr in Zweifel ziehe. Vielleicht gerade deshalb fürchten viele, KI würde ihre Arbeitsleistung ersetzen - und noch viel schneller und besser wursteln. Wahrscheinlich zu Recht.

Schon mal etwas von ChatGPT gehört? Da kann einem schon anders werden, was KI heute schon kann. Stellt man der Anwendung online eine Frage, ist die Antwort oft wirklich qualitativ verblüffend. Man sagt beispielsweise der Online-Kiste: „Schreibe eine Geschichte über ein bisexuelles Krokodil, eine depressive Gießkanne und einen übergriffigen Dosenöffner, der sich in eine esoterische Teigmaschine verliebt hat“ und schon in wenigen Sekunden bastelt die Monster-App eine kleine Geschichte zusammen, die man bei einem Achtklässler glatt mit der Note eins bewerten würde.

Nicht schlecht, Frau Specht - vor allem, wenn man an gängige, einfache Texte denkt, wie beispielsweise Stellenanzeigen, Werbetexte oder schlichte redaktionelle Beiträge. Da sollte man am besten schnell umschulen.


Doch noch ist es nicht soweit. Ich habe die Textmaschine mal so richtig getestet. ChatGPT wollte mir weismachen, dass der Westberliner Senat 1960 beschlossen hätte, eine Mauer um West-Berlin zu bauen. Interessant – habe das bis heute nicht gewusst. Auf meine Anmerkung, dass dies blühender Blödsinn sei, entschuldigte sich die App höflich bei mir - und schrieb mir den gleichen Mist noch einmal, allerdings mit anderen schönen Worten. Ich denke mal: Intelligenz heißt, auch mal dazuzulernen. So weit scheint ChatGPT noch nicht zu sein.

Das Beste aber: Künstliche Intelligenz ist komplett humorlos – und damit völlig irrelevant für das Fortkommen der Menschheit. Gibt man zum Beispiel ein: „Hey, ChatGPT, erzähl mir einen Witz!“, dann bekommt man Ergebnisse wie: „Warum steht man immer auf zwei Beinen? Weil ein Bein sonst alleine wäre und sich einsam fühlen würde.“

Hm - nicht wirklich ein Brüller. Also, vielleicht ist das digitalisierter Computer-Humor oder eine höhere Form von Halbleiter-gesteuerter Belustigung, die mir schlichtem analogem Gemüt einfach nicht zugänglich ist. Oder habe ich nur gerade die Pointe gerade verpasst? Ist die vielleicht vorher abgebogen? Also: Solange solche unterirdischen nicht-mal-Flachwitze aus dem Motherboard herraussprudeln, ist mir wirklich nicht bange um die menschliche Weltherrschaft.

Außerdem kann man einfach den Stecker ziehen - Ihr Blechdeppen, damische!


 
 
 

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