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Betrifft: Klamotten-Qualität

Updated: Jun 15, 2022


Kleidung ist heutzutage nicht mehr etwas Wertvolles, sondern meistens kurzlebiger Ramsch - was für eine gigantische Verschwendung von Rohstoffen und Energie. Mistige Wegwerfware, erstellt von ausgebeuteten Asiaten - voll daneben. Dies ist ein Frust-Blog, aber mit halbwegs versöhnlichem Ende.


Ich weiß noch genau, wo es für mich anfing: in Padua, Anfang des Jahrtausends. Meine Firma war gerade pleite und ich auf einem Seelentrip quer durch bella Italia. In der wunderschönen Stadt im Po-Delta war an dem Tag Markt, unter anderem mit einem Stand voller Jeans-Klamotten. Als ich so herum suchte, fragte mich ein Verkäufer: ‚Do you want to have a destroyed Jeans?‘ Ich muss ihn recht verdutzt angesehen und gesagt haben: ‚No, of course not!' Aber er meint es ernst: wie Jeans eben heute so aussehen.


Ich fragte mich damals: Warum will jemand eine Jeans kaufen, die zerstört ist? Das war ziemlich naiv. Wenn ich mir heute eine Jeans bestelle, muss ich davon ausgehen, dass ich sie nach wenigen Jahren wegschmeißen kann. Und das ist pure Strategie.

Seit einiger Zeit versuche ich verzweifelt, eine vernünftige Qualität bei Socken einzukaufen. Also bin ich zu meinem Großhändler (Amazon) und habe geordert.


Nach wenigen Waschgängen waren die Fußbekleidungen nur noch Lappen, zogen Fäden oder hatten Löcher. Na gut, hatte ich eben die falsche Sorte eingekauft. Beim nächsten Mal gab ich doppelt so viel dafür aus. Das Ergebnis war das gleiche, nur zusätzlich mit schwarzen Fusseln überall. Unterhosen? Miese Verarbeitung, miese Kunststoffqualität, mies gelaunter Kunde. Dann eben der Griff zu den teuren Marken: Boss. Das Ergebnis? Wieder ein Griff ins Klo.


Früher war alles anders: Da hielt eine Jeans namens Levis 501, die man beim Jeans Kaltenbach in München in der Sendlinger Straße zu einem horrenden Preis erstanden hatte, ein ganzes Leben lang - vorausgesetzt, dass sich die eigenen Körperformen nicht allzu zu sehr verändert hatten. Und dann erst die Cowboystiefel: Geruchstechnisch nach ein paar Jahren sicher eine Herausforderung, waren sie doch treue Begleiter - besonders, wenn man sie mit Eisenbelägen behuft hatte.


Das alles sind aber nur vordergründig belastbare Argumente, sich die alten Jahre einfach zurückzuwünschen. Trotz 70er Jahre Happysound, coole Haarschnitte und Klamotten, 10 Pfennig für eine Semmel und stelzenartige Plateau-Schuhe: Eine Spritze gegen Zahnschmerzen wurde erst seit 1980 von den Krankenkassen übernommen.


Das allein reicht mir schon als schlagendes Argument, mit der miesen Klamottenqualität auch in Zukunft zu leben. So gesehen ist das alles in allem ein positiver Schluss - naja …

 
 
 

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