Betrifft: Herbst
- georgunbehaun
- Sep 3, 2022
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Die dritte ist von sämtlichen Jahreszeiten die überflüssigste und sollte meines Erachtens endlich abgeschafft werden: die ersten beiden Monate können dem Sommer zugeschlagen werden, der November ist völlig daneben und kann entweder dem Winter überlassen oder besser: komplett gestrichen werden. Braucht niemand.
Denn so ein Spätsommer kann von mir aus gerne auch ein Spät-Spät-Sommer werden: mit Ferien für alle deutschen Bundesländer gleichzeitig: von Mitte Juni bis Mitte September. Der dadurch erzeugte Produktionsausfall wird durch den Ausfall vom November mehr als ausgeglichen. Kann man nachrechnen. Dann können wir endlich mal nachfühlen, warum die Franzosen immer so gut gelaunt sind.
Unterschied ist dank globaler Erwärmung eh kaum zu verspüren: die Blätter fallen dank Klimakatastrophe schon im August, der Himmel ist im September und Oktober seit neuestem fast immer tiefblau (zumindest im oberbayerischen Paradies - sorry 😊), nur beim allwöchentlichen Pflichtgang zum Biergarten sollte man dann warme Kleidung nicht vergessen.
Sommerfeste werden einfach erweitert durch noch mehr Weinfeste und Erntefeste, so bleibt die Leber in Schwung. Das Oktoberfest wird in dem Fall leider dann als Kompensation abgeschafft (ja - endlich!).
November fällt aus. Wer braucht schon Nebel und Nachtfrost, Graupelschauer und Straßenglätte, Tote, Allerheilige oder Untote, das große Herbstfest der Volksmusik mit Florian Silbereisen und seinen Freunden?. Wahrscheinlich niemand. Ich zumindest nicht.
November - allein das Wort klingt schon muffig, nach feuchten Wollsocken und sinnlosen Kastanienbasteleien aus dem Kindergarten. Und dann das ganze Sankt-Martin-Gedöns: Tropfende kleine Rotznasen verstellen die Gehwege, lallen langweilige Kirchenschlager, tragen feuergefährliche buntbepinselte Pyrrusgegenstände vor sich her und plärren wie am Spieß, wenn das hässliche Selbstwerk abfackelt. Braucht’s eigentlich auch nicht.
Aber mit das Beste - Achtung:“Tä-täääääh - ist die Tatsache, dass es keinen Elften-Elften, elf Uhr elf mehr gibt. Und damit ist endlich Schluss mit dem unlustigen Faschings-Quatsch: Nie mehr siebzehnstündige Rosenmontagszüge im ZDF mit unverständlichen, fremdsprachigen Kommentatoren, nie mehr die live übertragene Prunksitzung von ‚Jugend in der Bütt’. Endlich dauerhaft Aschermittwoch für die angebliche fünfte Jahreszeit, die ja dann jetzt eigentlich die vierte wäre. Muss ich nämlich auch nicht haben, bin eh seit langem fest liiert und monogam dazu.
Wenn ich’s mir so recht überlege: An sich braucht‘s am Ende nur zwei Jahreszeiten: den Winter und den Sommer. Basta. Es ist ein wenig so wie mit Schnäpsen und Brüsten: eins ist zu wenig.
Und drei sind einfach zu viel.
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