Betrifft: Helden
- georgunbehaun
- Mar 16, 2024
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Es gibt keine Helden mehr. Die bundesdeutsche links-grün-versiffte Kuschel-Gesellschaft besteht nur noch aus dauergrinsenden Weicheiern, zögerlichen Veganern und achtsamkeitsbewussten Mainstreamern. Doch wie ein blonder Gegenwartspoet einst so feinfühlig formulierte: „Eier - wir brauchen Eier!“ und das war kein Aufruf zum verstärkten Verzehr Cholesterin-haltiger Geflügelerzeugnisse. Neue Helden braucht das Land.
Wo sind sie heute, die bärbeißigen Jugend-Fußballtrainer, die mit gesunder physischer Härte und schnörkelloser Kommunikation dem kindlich-verluderten Gesocks das Laufen beibrachte, inklusive Blutgrätsche? Da ist man schon aus lauter Angst gespurtet. Und wer erinnert sich nicht gerne an Lehrer der alten Schule, die mit fundierter Fachkompetenz, züchtender Strenge und stabilen Rohrstöcken das nötige Wissen an die kommende nutzlose Generation herantrug?
Diese Helden sind in Rente oder im Jenseits. War das damals noch eine Freude, wochenlang den schwarz-weißen Plenarsitzungen im Bonner Parlament an der Bildröhre mit zitternder Spannung gebannt zu folgen, mit politischen Sentinels wie Franz-Josef Strauß oder Herbert Wehner, die in blutigen Redeschlachten alles und jeden gnadenlos verbal vernichteten, der ihnen im Weg stand. Das war sprachgewaltige Vulgarität auf höchstem Niveau - im Gegensatz zu den heutigen verbalen Stümpern von der AfD.
Das Fernsehen war damals der mediale Transmitter, um die nachkrieglichen Helden ins heimische Wohnzimmer zu zaubern. Ob Stanley Bemish - der Supermann, immer wenn er Pillen nahm. Oder Buddy Overstreet, der in der Männersauna das Geheimwort ‚Kleinhühnchen‘ hörte - und nicht zuletzt Percy Stewart, der Mann, der alles kann. Das waren meine Helden in der metamorphobischen Phase meiner Manneswerdung.
Und dann erst der Fußball. Spieler-Helden namens Gerd Müller, Sepp Maier oder Franz Beckenbauer mussten kiloschwere Kanonenkugeln über holprige Kartoffeläcker ins hölzerne Eckige dreschen. Sie konnten kaum sprechen, wuschen sich selten und rochen nach würzigem Männerschweiß, Pitralon-Rasierwasser und ballimprögnierendem Froschfett.
Aber heute? Unsere Erziehung ist weibisch durchsetzt, Kiddys werden auf kompromisslosen Kompromiss getrimmt und sollen Konflikte stets vermeiden. Auf der Stecke bleibt der kritische Diskurs einer weiterführenden Streitkultur. Aber Harmonie ist King und Reden ist ja soooo wichtig. Gut dass wir drüber gesprochen haben.
Haben wir deshalb keine Eier mehr? Oh doch, haben wir, und zwar ganz unabhängig von Geschlecht oder Herkunft. Man muss nur genau hinsehen.
Es gibt in diesem unserem Land immer mehr Ehrenamtliche. Als Schülerlotsen helfen sie dem Nachwuchs über die Straße, Tafel-Mitarbeiter geben Essen und soziale Wärme aus, ehrenamtliche Kommunal-Politiker kämpfen für ihre Bürger trotz Dauerstress und Pöbeleien.
Und angesichts der rechten Bedrohung faschistischer Brandstifter werden derzeit überall im Land Helden gekürt. Beispielsweise bei Demos gegen Rechtsradikalismus im dunkelrechten Chemnitz oder in der AfD-Hochburg Freiberg.
Das sind meine neuen Helden.



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