Betrifft: Gendern
- georgunbehaun
- Nov 6, 2022
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Als Gott Adam erschuf, übte sie nur. Hahaha. Willkommen in der Rubrik ‚Sinnfreier Aktionismus und ulkige Stilblüten zur fehlgeleiteten Bekämpfung geschlechterbezogener Ungerechtigkeiten‘ - kurz: dem Gendern. Hier noch ein paar weitere unnütze und erkenntnisneutrale Gedanken zu dem beliebten Stammtisch-Dauerbrenner.
Vorab zur Klärung: Ich persönlich bin bekennender Feminist, im Gegensatz zu meiner Frau („Da vorne, das ist sicher eine Frau, so dämlich, wie die fährt …“). Es ist ungerecht, dass Kinderkriegen die berufliche Karriere kostet, dass Frauen schlechter bezahlt werden für dieselbe Arbeit - aber kein Gendersternchen oder Glottisschlag wird daran etwas ändern. Und die größten Gender-Fans sind wahrscheinlich die Ekel und Ekelinnen von der AfD, die mit dem Reizthema immer noch fett punkten können.
Es gibt aktuell 217 Lehrstühle für Genderforschung in Deutschland und damit fast doppelt so viele Professuren wie für Altphilologie - gute Nacht, Deutschland, Du Land der Dichter*innen und Denkerinen.
Fragen über Fragen: Gibt es eigentlich Talibaninnen? Warum redet man immer nur von Querdenkern statt -innen? Hat jemand schon einmal von Kanibalinnen oder Massenmörderinnen gehört? Gibt es übrigens: Die ungarische Gräfin Elisabeth Báthory hat Ende des 16. Jahrhunderts bis zu 650 junge Frauen gefoltert und ermordet. Na also: geht doch. ‚Grausamkeit‘ hat einen weiblichen Genus. Ergo: Neben den Folterknechten ruhig auch mal Foltermägde benennen. Und es klingt einfach viel höflicher, wenn man von Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen spricht.
Sprache soll einfach zu verstehen sein und natürlich klingen. Aber: Wie fühlt sich das Neusprech-Wort ‚Spaziergehende’ an? Da schwingt doch sofort die ganze Schönheit und Eleganz des deutschen Idioms im sprachlichen Raum und erzeugt wunderschöne Bilder im Kopf. Oder: Mitarbeitende statt Mitarbeiter? Ich kenne genügend Mitarbeiter und -innen, die ich nicht wirklich als Mitarbeitende bezeichnen würde, die faulen Socken und Sockinnen.
Klar, warum es keine Flüchtlinge mehr gibt, sondern nur noch Geflüchtete? Und warum heißt der Bürgersteig nicht auch mal BürgerInnensteig, besonders vor Nonnenklostern oder Freudenhäusern? Ich bin auch für geschlechterumfassende Schreibweise der Bürger*innenmeister*innenkandidat*innen. Hört sich viel lustiger an.
Es kann mir niemand erzählen, dass dieser linguistische Klimbim die berechtigte und überfällige Gleichstellung von Mann und Frau (und divers und weiteres) auch nur einen Millimeter voranbringen wird. Sven Bartel vom Münchner Merkur fragt völlig zu Recht: „Ob es wohl mehr Klempnerinnen gäbe, wenn der Wasserhahn nicht mehr Wasserhahn hieße, sondern Wasserhenne?“ Ich vermute mal, das ist eine rhetorische Frage. Meine persönliche Frage zu dem Thema: Sollte man die weibliche Petersilie nicht korrekterweise in Petrasilie umbenennen?
Alles ganz humorig, aber: Was machen wir gendertechnisch nur mit den Engeln? Reingefallen - Engel haben gar kein Geschlecht. Es lebe das generische Maskulinum! Das gilt aber nicht für die Hebamme, die Domina, die Krankenschwester oder die Leihmutter. Also: her mit dem Hebammer, dem Domino, dem Krankenbruder und dem Leihvater (geht nicht gibt‘s nicht - einfach mal versuchen). Und umgekehrt: Wenn es einen Macho gibt, dann sollte es auch eine Macha geben - und eine harte Frau ist eine Brutala - Punkt.
Aber: Warum sich Sexus-technisch eigentlich nur auf Mann und Frau beschränken, wo das wahre Leben doch so vielseitig ist. Das weiß auch die Zeitvernichtungsmaschine Facebook mit sage und scheibe sechzig weiteren Geschlechterformen, wie zum Beispiel ‚Pangeschlecht‘ oder ‚XY-Frau‘ oder auch ‚genderqueer‘ und besonders hübsch: Butch, also „… maskuliner Typ in einer lesbischen Beziehung“. Und wenn das alles immer noch nicht passt, gibt's als Zuschlag noch - sicher ist sicher: ‚weitere‘. Ganz prima.
Und welche Personalpronomen soll man nun bei dem diversen geschlechtlichen Tralala benutzen? Ich zitiere Wikipedia: „Zu den Personalpronomen mit Geschlecht, sie und er, kommt das Personalpronomen ohne Geschlecht:
xier – ein Personalpronomen, anstelle sie und er
xieser – ein Possessivpronomen, anstelle ihr und sein
dier – ein Artikel und ein Relativpronomen, anstelle die und der"
Schreiben wir also bald „dier Tonke“ statt „die Tante und der Onkel“? Ist zumindest kürzer. Albert Einstein meinte einmal: „Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.“
Das sollte man - beziehungsweise: frau - einfach mal so stehen lassen.



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