Betrifft: Empathie
- georgunbehaun
- Apr 1, 2023
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Updated: Apr 3, 2023

Viele Menschen sind der Ansicht, dass es gut für uns alle und die ganze Menschheit wäre, wenn wir uns nur besser zuhören, uns in den anderen einfühlen würden. Ich halte das für ein großes und gefährliches Missverständnis. Nichts ist tückischer als Empathie. Die größten Mitfühl-Experten sind moralische Vorbilder wie Josef Goebbels oder Wladimir Putin.
Das ganze ist ein riesiger Irrtum: Verstehen hat nichts mit Verständnis zu tun, einfühlen bedeutet nicht mitfühlen. Empathie ist eine durchtriebene Schlampe.
Mordende Psychopathen wissen genau, dass das intuitive Verstehen ihres Gegenübers die beste Voraussetzung für dessen erfolgreiche Vernichtung ist. In dem Sinne klingt die Floskel „Oh, ich kann Sie da gut verstehen“ wie eine Kampfansage zur psychologischen Kriegsführung.
Der freundliche österreichische Knast-Poet und Frauenversteher Jack Unterweger, der im Laufe seines interessanten Liebeslebens mindestens neun Damen ins unfreiwillige Jenseits beförderte, punktete beim schwachen Geschlecht vor allem damit, „… dass er so gut zuhören konnte.“ Er registrierte dann schnell alle mentalen Schwächen und verwendete sie zum Einschmeicheln oder zur psychischen Zersetzung. Mindestens neunmal.
Es hat schon der chinesische Kriegsexperte Sun Tsu gewusst: „Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.“
Im Zeitalter des Subjektiven nehmen Gefühle ja hier und dort mittlerweile die Form von alternativen Fakten an. Da ist dann schnell mal etwas wahr und real, weil man sich eben so fühlt. Die Welt als individualpsychologische Spielwiese für Geisteskranke, in der alles möglich ist, wie im Irrenhaus, wo man sich die Blümchen von der Tapete pflücken kann, wenn man es nur will. Ein ideales Spielfeld für jeden Empathiker.
Donald John Trump ist ein Vertreter dieser Spezies par excellence. Er wusste und weiß ganz genau, was seine specknackigen verunsicherten Follower von ihm hören wollen. Das beweist auch, dass man zugleich trickreich-intelligent und gleichzeitig narzisstisch-dämlich sein kann. Hier hat Mutter Natur eine tolle Balance geschaffen, sonst hätten wir den gemeingefährlichen Vollpfosten wohl heute noch im Oval Office.
Ja, sicher, sicher, es gibt auch Menschen, die Empathie einsetzen, um ihren Mitmenschen Gutes zu tun. Meine Erfahrung ist aber, dass die auf Dauer ganz schön anstrengend sein können. Ewig dieses: ‚Wie geht es dir heute?“ Oder: „Was ist denn, du schaust so traurig aus, stimmt etwas nicht?“
Unnötig, anzumerken, dass diese Fragen meistens von weiblichen Vertretern gestellt werden. Hier hat ihnen die Natur zum Ausgleich ihrer physischen Unterlegenheit eine höhere soziale Intelligenz verliehen: inklusive Empathie. Ein Wunder, dass die meisten Massenmörder meines Wissens trotzdem männlich sind.
Völlig unempathische Menschen sind auch anstrengend, aber auf andere Weise. Miese Reporter outen beispielsweise ihre fehlende Empathie mit der super-Granaten-dämlichen Frage: „Als Ihnen der Laster über ihre Füße fuhr - was ging da in Ihnen vor?“
Na, wie wird es dem Befragten wohl gegangen sein, als der große Onkel mit dem Asphaltbelag eine physische Verbindung einging?! Vermutlich musste er in diesem Moment gerade daran denken, dass er noch unbedingt Klopapier einkaufen sollte. Oder nicht zu vergessen, Blumen zum Muttertag zu senden.
Wenn jemand doch wenigstens einmal so eine Antwort geben würde.
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