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Betrifft: Emanzipation

Updated: Jul 28, 2024


Kennt Ihr den: „Als Gott am sechsten Tag Adam erschuf, übte sie nur.“ Witzig, oder? Na ja. Sind Frauen und Männer im Grunde gleich? Zum Glück nicht, das wäre ganz schön langweilig. Aber: Ist es fair, dass Männer immer noch unsere Gesellschaft dominieren? Nein, ist es nicht. Sind wir hier in den letzten Jahren besser geworden? Ein wenig. Machen wir aktuell die richtigen Dinge? Nö.


Meine Mutter - eine verspätete 68erin - rastete stets beim Ariel-Werbespot aus, wenn der dicke Winzer angesichts seiner leuchtend sauber gewaschenen Schürze seine bessere waschende Hälfte jovial umarmte und lobend zum Besten gab: „Du bist doch mein bester Jahrgang!“ Ein vielleicht etwas aus der Zeit gefallenes Kompliment. Obwohl sich ja gerade in der trauten Zweisamkeit seitdem eine Menge getan hat: kein aufgeplustertes Patriarchat mehr, Väter nehmen Elternzeit, Frau und Mann als gleichberechtigte Partner. Ausnahmen bestätigen die Regel.


Wo wir noch gaaaanz weit weg sind von einer geschlechtlichen Gleichberechtigung sind, ist das Berufsleben. Da muss frau sich immer noch entscheiden, ob sie nun Karriere machen will oder Kinder großziehen. Denn nach der Niederkunft wird sie den männlichen Vorsprung auf der Karriereleiter nicht mehr wettmachen können. Und deshalb sitzen in Vorstandsetagen fast immer alte Männer, abgesehen von der HR-Tante und dem blonden Mäuschen aus der PR-Abteilung.


Da werden unternehmenskritische Entscheidungen schon mal mit harter maskuliner Hand durchgeboxt vom größten Testosteron-Hero mit dem längsten - Durchhaltewillen, natürlich. Und statt Abwägen und Empathie herrscht der pure Wille, der ja bekanntlich Berge versetzen kann - oder auch nicht. Beispielsweise wenn die Entscheidung Blödsinn war. Das wird dann oftmals trotzdem durchgezogen. Schon aus Prinzip. Oh mann.


Frauen dagegen denken oft erst, bevor sie etwas entscheiden. Und das meistens ohne Ehr-Gepussel oder Machtstreben. Sie wägen häufiger ab, lassen sich nicht selten beraten und suchen häufig nach Lösungen, die möglichst allen gerecht werden. Ausnahmen bestätigen die Regel.


Und trotzdem - oder gerade deshalb - ist die Berufswelt eine Männerwelt. Das ist ungerecht, ja.  Und es ist auch schädlich. Denn wir verzichten freiwillig auf korrektive Kompetenzen von dem sogenannten schwachen Geschlecht.


Für mich als aufgeklärter Zeitgenosse gilt das nicht. Ich bin hierbei in meinem ganzen Leben als emanzipatorisch bewusstes Mitglied einer gleichberechtigten Gesellschaft vorangegangen.


Ich bringe seit neuestem sogar den Müll raus.

 
 
 

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