Betrifft: e-Bikes
- georgunbehaun
- Aug 24, 2024
- 2 min read

Ist das geil: ein elektrischer Drahtesel, der einen anschiebt, sanft über jeden Hügel trägt und einen unsportlichen Anfang-Sechziger locker 80 Kilometer weit fahren lässt. Es lebe der Batterieantrieb in den Stufen Eco, Tour, Sport oder Turbo. Macht das mobile Leben leichter. Das ist ein wenig, als ob es auf der Welt ein permanentes Gefälle gibt. Eine Lobeshymne auf das Pedelec.
Pedal Electric Cycle - kurz: Pedelec. So heißt nämlich das e-Bike in Wirklichkeit. Ein echtes e-Bike ist ein Fahrrad mit Elektromotor mit bis zu 6 Stundenkilometer rauschende Geschwindigkeit. Ein S-Pedelec dagegen ist ein Fahrrad, das man durch gelegentliches Treten bei seiner anstrengenden Verrichtung gnädig unterstützt.
Eben umgekehrt wie beim normalen Pedelec. Der ganze Spaß bis zu 45 km/h, statt der lumpigen 25 km/h beim elektrischen Tretroller. Für soviel Service muss man dann auch für eine Versicherung löhnen, wie bei einem Vespa-Roller. Recht so - wer sich so wenig anstrengen muss, der soll auch blechen.
Am Anfang war pure Arroganz. „So ein Schmarren, ich trete immer noch selber, soooo alt bin ich noch nicht.“ Das hörte ich immer wieder, wenn ich von meinem neuen batteriebetriebenen Freund erzählte. Aber das änderte sich Schritt für Schritt.
Oder besser: Pedalumdrehung für Pedalumdrehung. Vor allem, wenn ich die verschwitzten, dampfenden Mit-Radler am Berg leichten Fußes überholte. Mann, das war ein Genuss, vor allem, wenn sie jünger waren. Und heute werden mehr Pedelecs als analoge Räder verkauft. Bingo.
Schwierig war es bei meiner Holden. „Wozu so viel Geld ausgeben“ und so weiter. Aber gemeinsames Radeln mit und ohne Motor, das geht gar nicht. Der eine wartet dauernd, der andere flucht permanent. Schwächling gegen Arroganz-Bolzen. Schnarcher gegen Angeber. Geht gar nicht. Irgendwann sah sie es ein - und ist seitdem ein echter e-Treter-Fan.
Billig sind sie nicht, die Schubräder: der Spaß beginnt bei zweitausend Euronen und ist finanziell nach oben offen. Und wenn dann noch ein Fangkorb für die eigene Brut vorne draufgeschnallt ist, dann nennt man das Ganze: Lastenfahrrad. Und kostet mehr als fünftausend Ocken. Dafür darf man dann rechthaberisch friedliche Autofahrer als Umweltschweine beschimpfen und den Bürgersteig vollparken.
Das ist im Preis inbegriffen.



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