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Betrifft: Demonstrationen


Wo hat mann am ehesten die Chance, auf Frauen betagteren Alters zu stoßen, die lange gewellte braun-grau-aschfahle Haare tragen und beseelt scheußliche Lieder quäken?  Richtig: auf Demos. Dabei ist es völlig egal, für was oder gegen was manifestiert wird: die Straßenkampf-Welt gehört den MILFen.


Und die können ganz schön schrög daherkommen. Man erinnere sich an so manche Querdenker-Demo mit verhaltensauffälligen Matronen in lila Elfengewändern, blinkenden Sternchen-Antennen und lustigen Tüll-Masken in Form von spanischen Gardinen - nicht sehr orginell, aber auffällig. Sachlich-fachlicher Argumentationsaustausch mit der (Lügen-)Presse war meist im kreischigen Diskurs inhaltlich oder akustisch untergegangen.


Wohlklingende Gesangesstimme ist nicht jedem Sterblichen gegeben. Das hindert so manche Demonstantine nicht daran, ihre fehlende akustische Kompetenz unter Beweis zu stellen. Männer dagegen brüllen lieber auf Demos. Das gesellschaftliche Singen behalten sie sich lieber für die fußballerischen Fangesänge auf. Auch nicht wesentlich schöner, dafür anders schrecklich.


Zum Thema Demo-Singen: Da wünschte ich mir, wir wären mehr feurige Brasilianer als tumbe Teutonen. Die würden nicht so einen drögen Kanon „Wehrt Euch, leistet Widerstand“ nölen, der zu manischen Depressionen führen kann. Stattdessen gäbe es Salsa-Protestsound mit Bongos, Quica und Trillerpfeifen. Fände ich irgendwie netter.


Viele protestierende Mitmenschen erkennen ihre Kreativität neu. Das gebiert so coole Plakat-Texte wie: „Wenn AfD die Antwort ist, wie blöd war dann die Frage?“ oder: „Remigriert Euch ins Knie!“ oder: „Kein Kölsch für Nazis!“, wobei ich in dem Fall die Drohung nicht nachvollziehen kann.


Vorne auf der Bühne labern Menschen, die man meistens nicht kennt und erzählen Dinge, die man meistens nicht verstehen kann. Sie sagen so Sachen wie: „Hey Leute“ und „Das ist soo geil“ und so weiter. Wenn man Pech hat, tritt dann noch ein zu Recht unbekannter Liedermacher auf.


Und dann ist der Spuk recht schnell zu Ende und man strebt mit den maskierten und beschilderten Massen in die U-Bahn-Schächte, die dann voller sind als beim Heimspiel des glorreichen FC Bayern. Allerdings viel bunter.


So eine schweigende Mehrheit mag ich.


 
 
 

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