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Betrifft: China




Napoleon meinte einst: „Wenn alle Chinesen zugleich hochspringen, gibt es bei uns ein Erdbeben.“ Und genau das hat der Kinäs (bayerisch lautsprachlich) jetzt gemacht. Die seismischen Auswirkungen werden wir noch lange spüren. Und das wird wahrscheinlich nicht sehr spaßig werden.


Was ist eigentlich chinesisch? Das Bewusstsein, auserwählt zu sein. Nicht umsonst sieht man sich selbst als ‚Land der Mitte‘, was in Wirklichkeit bedeutet: Nabel der Welt (und ich dachte immer, das ist ein Privileg der Franzosen oder der Engländer oder der Amis oder …). Chinesisch heißt auch: wichtig ist Wohlstand und die Großfamilie. Der Rest ist relativ wurscht.


Außer dem Essen, das liebste Hobby aller Chinesen. Man isst praktisch alles, was wächst oder sich bewegt, ob keine Augen oder hunderte, ob Bauchschuppen oder tausend Füße. Das macht auch im Zweifelsfall vor dem Hund oder der Katze nicht halt. Und wehe, man lässt ihn hungern, wie beispielsweise zu Coronazeiten in Shanghai. Dann wird der Aufstand geprobt - und schwupps war es ein Ende mit dem Lockdown.


Für die Menschheitsentwicklung haben die Angehörigen der Han-Bevölkerung ja auch so einiges getan: Ob Papier, Nudeln, Porzellan oder Schießpulver: die Chinesen haben das lange vor den eingebildeten Europäern erfunden. Man wusste hier schon viel früher, wie man erfolgreich Kriege führt und leckere Rezepte mit Chinakohl erstellt.


Wichtig für die chinesische Seele: keine Experimente, bitte. Immer, wenn es in der chinesischen Geschichte Umwälzungen gab, waren die Folgen für die Bevölkerung meist Hunger, Armut und Tod. Daher lautet auch ein beliebter Fluch in China: „Mögest du in interessanten Zeiten leben.“


Momentan leben wir eindeutig in interessanten Zeiten, und das auch wegen China. Denn nach einer gigantischen Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs macht China nun, was es in seiner jüngeren Geschichte zum Glück nicht allzu oft praktizierte: es stellt neue hegemoniale Ansprüche, vor allem im chinesischen Meer und in Bezug auf Taiwan, dem Weltzentrum der Mikroprozessor-Produktion. Und das ist nicht nur interessant, sondern auch gar nicht gut.


Müssen wir nun vor dem asiatischen Riesen Angst haben? Gerade wir Europäer haben uns in den vergangenen Jahrzehnten extrem abhängig gemacht von den billigen und immer besseren Produkten aus dem Reich der Mitte. Und wie das eben so ist im Leben: Wer Macht hat, übt Macht aus. Das spüren wir mittlerweile massiv.


Wir werden uns auf die Hinterbeine stellen müssen, um aus dieser Abhängigkeit rauskommen. Und das wird Geld kosten. Viel Geld. Und vielleicht finden wir eines Tages eine Balance zwischen Profitabilität und Unabhängigkeit in den wirtschaftlichen Beziehungen mit dem schwierigen Partner.


Dann schmeckt das Chop Suey auch wieder.

 
 
 

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