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Betrifft: Alternative für Deutschland


Die AfD, eine neue politische, junge Kraft im vereinten Deutschland, ist zehn Jahre alt geworden. Da gratulieren wir aber mal ganz herzlich und lassen die blauen Ballons in den deutschnationalen Himmel aufsteigen. Zehn Jahre, prall gefüllt mit jeder Menge Verleumdungen, Hetze, Lügen und braunen Parolen. Da hüpft das rassistische Herz, es lächelt der neidzerfressene Wutbürger. Und mir wird irgendwie schlecht.


Haben wir die Heinis wirklich alle verdient? Den braunen Geronten Gauland mit dem hellbraunen Cord-Sakko und den lustigen Hundemotiven auf der Krawatte? Das blasierte blonde Fallbeil Alice Weidel? Oder den hessischen Berufs-Ossi-Nazi Björn Höcke? Haben wir wohl. Denn irgendwann in der jüngsten Vergangenheit hat unsere Gesellschaft wohl die falsche Abfahrt genommen. Und jetzt haben wir diese Widerlinge an der Hacke.


Angefangen hatte alles vor zehn Jahren mit einem öden Langweiler namens Bernd Lucke, ein Typ, so spannend wie ein Kreissparkassen-Halbleiter mit dem Hang zur kreativen Buchhaltung. Der meinte damals, der Euro sei unser aller Untergang. Klasse Vorhersage. Wie die Adventisten mit ihrer Weissagung, das Weltenende käme am übernächsten Mittwoch, so gegen 15 Uhr. Blöd gelaufen. Kam anders. Und immer noch funzt die Wirtschaft, mit dem Euro kriegt man immer noch lecker Bananen. Warum also hörte man dem Vollpfosten überhaupt zu?


Weil er das tat, was alle Rattenfänger tun: Angst verbreiten. Aber das war nur der Anfang. Mit der Flüchtlingskrise 2015 war der Nährboden dann bereitet für jede Menge Neid, Hass und diffuse Ängste. Alles ein bisschen zu viel für den kleinen Lucke. Deshalb hat man ihn ratzfatz abgesetzt und dann seine Nachfolgerin Petry abgesägt und dann deren Nachfolger Meuthen abgeschossen. Und die Partei wurde rechter und rechter. Und brauner und brauner. Widerlich.


Es gibt eine ganz tolle Methode, solche Demagogen für einen selbst völlig zu entmythologisieren: man stelle sie sich einfach mal nackt vor - so, wie Gott sie schuf (als er besoffen am Montag nach einer durchzechten Nacht wach wurde). Das ist pures Kopfkino vom Feinsten. Die daraus entstehende Mischung aus Grauen und Übelkeit macht es einem viel einfacher, mit solchen Menschen leben zu können. Ausnahme: das AfD-Postergirl Beatrix von Storch. Da sollte man das nicht praktizieren. Das geht nicht gut aus.

Manche glauben ja, es sei eine Art von legitimem Widerstand, bei den Torfnasen von der AfD sein Kreuz zu machen. Eine Protestpartei wählen, um es den etablierten Parteien mal so richtig zu zeigen? Das ist Blödsinn. Eine Protestwahl ist das Gegenteil von Politik. Denn damit verweigert man jegliche Veränderung und ist eben einfach nur dagegen. Rachegefühle tun manchmal richtig gut, aber dadurch ändert sich: gar nichts.


Mal ehrlich: Warum überhaupt über solche Menschen reden? Macht man sie damit nicht eigentlich wichtiger, als sie es in ihrer muffigen Ekelwelt schon heute sind? Ich denke: ja, denn die größte Gefahr weltweit sind nicht die widerwärtigen Nazis, die rechten Verbrecher-Regime in Moskau, Peking und Teheran. oder die demagogischen Kriegstreiber der AfD. Es ist die Allmacht der vereinten Dummheit. Und die hat bei der Alternative für Deutschland seit Anbeginn eine Ehrenmitgliedschaft.


Noch was? Dass die Abgeordneten unappetitlich sind? Dass die Partei von Putin geschmiert wird? Dass sich dort jede Menge Alt-und Jung-Nazis rumtreiben? Ja, ja - sicher, sicher. Aber sie werden halt doch wieder gewählt, die Torfnasen. Denn es ist die Dummheit, die zuletzt stirbt.


Und nicht etwa die Hoffnung.


 
 
 

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