Betrifft: Alter
- georgunbehaun
- Mar 2, 2024
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Was ist eigentlich alt? Na, zum Beispiel eine Dose Cola, die seit Tagen offen im Zimmer rumsteht. Oder unverpackter Schnittkäse, der in der Sonne Fettbläschen wirft und sich an den Rändern hochbiegt. Nicht mehr genießbar, ausgedampft, abgelaufen, out of order, an sich überflüssig. Wie alte Leute. Na ja, kommt drauf an.
Ich habe in diesem meinem Leben wirklich verwirrende Persönlichkeiten kennenlernen dürfen, was deren Alter anbelangte. Da gab es einen Mitschüler namens Bockma (Vorname habe ich vergessen - wenn er überhaupt einen hatte). Der war so dermaßen verzopft, dass er mental glatt als mein Opa durchgegangen wäre.
Anderes Phänomen: Bei Klassentreffen waren eine Menge an ex-Mitschülern, die nach zwanzig Jahren Abi noch genauso dumpfbackig daherschwafelten und sich damals schon supercool vorkamen - was schon zu Abi-Zeiten ein krasser Selbstbetrug war. Toll, dass sie das Altern für sich aufhalten konnten. Nervig, dass sie damit auch ihre persönliche Evolution auf Null geschraubt haben.
Viele Menschen in meinem privaten Umfeld haben mit dem temporären zellularen Verfall ein ernsthaftes Problem - ich nicht. Alter ist ein Freifahrtschein zum Laissez-faire ohne Reue, mal abgesehen von der körperlichen Fähigkeit, kleine Exzesse zu verkraften. Man wird cool. Es kann einem nix. Einfach geil. Und Falten machen Männer interessant.
Nie waren ältere Semester so wertvoll wie heute. Überall gibt es soziale Aufgaben für Junggebliebene, die Wirtschaft buhlt bei rüstigen Rentnern um Nachsitzen. Schließlich sind die Baby Boomers meistens noch ziemlich fit und ziemlich mobil. und eigentlich sind sie ganz lieb, die lustigen Alten. Eigentlich.
Nur eines nervt mich mehr und mehr bei meinen Altersgenossen: der Hang zum passiv dominierten Meckern. Ob über die unfähige Regierung, die faule Generation X, die vielen Ausländer oder „… weil einfach niemand was dafür bzw. dagegen tut …“, worüber auch immer.
Es gibt da ein ganz tolles Gegenmittel: selbst was tun. Den Hintern hochhieven, die Ärmel hochkrempeln und zupacken. Das Angebot ist enorm: Kindern Nachhilfe geben, bei der Tafel mitarbeiten, für Bedürftige einkaufen und und und. Meine Erkenntnis: Man bekommt persönlich immer mehr zurück als man selbst gibt.
Es lohnt sich, Alter.



Ois guade nochmals !
Hi Schorsch. “Many friends from your social scene … “ - I assume this does not include me correct ? Probably Buzzi yes :):):)