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Betrifft: Aberglaube


Ein Phänomen unserer Zeit: Es gibt immer mehr Leute, die einfach an nichts mehr glauben und alles, aber auch alles in Frage stellen, die Querdenker lassen grüßen. Aber wenn schon der Glaube den Bach runter geht: der Aberglaube macht das nicht, im Gegenteil: er wächst und gedeiht. Eine Hymne ans Übernatürliche, ans Übersinnliche und ans Überflüssige.


„Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen wir überhaupt keine Ahnung haben.“ Ja, sicher, sonst würden Waschmaschinen schließlich keine Socken auffressen. Und der Schlüsselbund wäre auch nicht plötzlich weg, obwohl man ihn doch gerade dort hingelegt hatte. Und warum, bitte, fällt ein Butterbrot immer mit der Schmierfläche auf den Boden? Das kann einfach nicht mit rechten Dingen zugehen.


Aber es gibt ja Möglichkeiten, sich zu schützen: Mit Knoblauch kann man sich beispielsweise untote Vampire im wörtlichen Sinne vom Hals schaffen, aber zugleich auch lebendige Artgenossen, da klappt das ebenfalls ganz wunderbar. Dass Katzen Unglück bringen, speziell die schwarzen, ist Blödsinn: Katzen bringen tote Mäuse, aber für Unglück sind sie viel zu dämlich.


Den gefürchteten bösen Blick gibt es wirklich. Wenn man beispielsweise den eigenen Hochzeitstag vergisst, erntet man ihn, aber wie. In dem Fall helfen Amulette zur Abwehr, vor allem, wenn man sie der Gattin nachträglich um den Hals legt. Dass Salz verschütten Unglück bringt, glaube ich jetzt mal nicht. Schließlich gäbe es dann keine Lenker von Winter-Räumfahrzeugen mehr. Logik schlägt Aberglaube.


In anderen Ländern gibt’s auch jede Menge an Übersinnlichem und Unsinnigem. Früher gab es im alpenländischen Raum eine lange Liste von Dingen, die man auf keinen Fall am Freitag tun sollte – vom Wäschespülen im Bach, weil es dann eine Überschwemmung gibt, bis zum Brotbacken, weil dieses dann klebrig wird.

Auch Nägelschneiden sollte man nicht, weil es an diesem Tag Unglück nach sich zog. Und zu heiraten galt an Freitagen ebenso als verpönt. Ich meinerseits habe an einem Freitag den 13ten geheiratet. Und auf das Unglück warte ich nun seit 27 Ehejahren vergeblich.


Was wiederum stimmt, ist die übersinnliche Erkenntnis, dass es Unglück bringt, wenn man mit seinem Weinglas ein Glas Wasser anstößt. Die Folgen sind Wasser in den Beinen oder auch im Keller. Wasser sollte man nur an sich nur äußerlich anwenden, es schmeckt praktisch nach nichts und treibt nur die Blase. Völlig sinnlos.

Eigentlich ist Aberglaube ein ziemlicher Schmarren. Aber: Warum fällt dann das Butterbrot immer auf die falsche Seite? Das hat mit der durchschnittlichen Tischhöhe von 1,1 Metern und der Rotation beim Fallen zu tun.

Reine Physik.



 
 
 

1 Comment


Steffi F.
Steffi F.
Jul 08, 2023

ne, Murphy's law

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